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Spannender Rückblick in Klima und Ökologie

Klaus Tschira Stiftung fördert Ausbau des Labors für Dendrochronologie am CEZA zu einem internationalen Forschungsarchiv.

Kirsten Schwabe

Mit der Förderung des Projekts „Sicherung und Archivierung der Hohenheimer Jahrringsammlung“ legte die Klaus Tschira Stiftung den Grundstein für das Labor für Dendrochronologie am Curt Engelhorn Zentrum Archäometrie (CEZA). Mit einer weiteren dreijährigen Förderung unterstützt die Stiftung ab Januar 2023 den Ausbau des Labors zu einem internationalen Forschungsarchiv.

Die Hohenheimer Jahrringsammlung ist eines der weltweit ältesten und renommiertesten Klimaarchive und besteht aus etwa 35.000 Holzproben. Die historischen, archäologischen und subfossilen Hölzer (Bohrkerne und Scheiben) sind einige Zentimeter stark und weisen Durchmesser von bis zu eineinhalb Metern auf. Sie stammen vorwiegend aus Deutschland, aber auch aus anderen Teilen Mitteleuropas. Teils sind sie tausende von Jahren alt. Das Besondere: ihre Jahrringmuster lassen Rückschlüsse auf das Klima ihres Wuchszeitraumes zu.

Sechs Jahre dauerten der Umzug der etwa 3.000 Kisten nach Mannheim in das CEZA und die Schaffung eines physischen dendrochronologischen Archivs. Hier lagern die Holzproben adäquat, neu und sachgemäß verpackt. Im neu eingerichteten dendrochronologischen Labor sollen Forschende mit ihnen ihr Alter bestimmen und frühere klimatische und ökologische Entwicklungen rekonstruieren.

Damit dies möglich ist, werden nun die Holzproben gesichtet, aufgearbeitet und katalogisiert und es wird ein einheitliches digitales Datenbanksystem aufgebaut – eine Aufgabe, die einige Zeit in Anspruch nehmen wird, da die Hohenheimer Daten bislang noch zu großen Teilen als Karteikarten beziehungsweise Textdateien vorliegen.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Begleitunterlagen auf Papier: ca. 80 Aktenordner
  • Nicht katalogisierte und archivierte Holzproben: ca. 4.000
  • Unsortierte Einträge ohne Metadaten: ca. 2.000-4.000
  • Auf Konsistenz, Vollständigkeit und Richtigkeit zu prüfende Einträge in bisheriger Datenbank PINE mit Excel-Listen: ca. 35.000
  • Auf Karteikarten vorhandene Metadaten: ca. 5.000
  • Zu digitalisierende Messreihen, die auf Papier vorliegen: ca. 3.000
  • Daten auf Disketten: ca. 1.150 (3,5 und 5,25 Zoll)
  • Sortierung Bilder: ca. 40.000
  • Katalogisieren unbenannter Bilder: ca. 10.000