An der unter Federführung der Universität Leipzig durchgeführten Untersuchung war das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (CEZA) in Mannheim beteiligt und brachte insbesondere OSL- sowie ¹⁴C-Datierungen in das interdisziplinäre Projekt ein.
Die Studie zeigt, dass extrem hochenergetische Flutereignisse im Ahrtal sich über die vergangenen 1.500 Jahre mindestens viermal ereignet haben. Neben der Flutkatastrophe von 2021 konnten die historischen Extremhochwasser von 1804 und 1910 sowie ein bislang unbekanntes Ereignis aus dem späten 5. Jahrhundert n. Chr. identifiziert werden. Die Sedimentarchive der Ahr-Aue dokumentieren dabei ausschließlich sehr starke Hochwasserereignisse, während Ablagerungen geringerer oder mittlerer Intensität fehlen oder noch nicht erkannt werden konnten. Damit unterstreichen die Ergebnisse das hohe Potenzial von Auensedimenten für die Rekonstruktion extremer Hochwasserereignisse und zeigen zugleich die Grenzen instrumenteller Hochwasserstatistiken auf.

Das CEZA Mannheim übernahm im Projekt die lumineszenz- und radiokarbonbasierte Altersbestimmung der fluvialen Sedimentablagerungen. Im OSL-Labor wurden mehrere Proben aus einem bis zu 5,5 m langen Sedimentkern analysiert und zusätzlich die Dosisleistungen mittels Gammaspektrometrie bestimmt. Für das CEZA ergab sich dabei die günstige Gelegenheit methodisch die Nullstellung des Lumineszenzsignals bei der Ablagerung der Sedimente anhand des neuesten Flutereignisses erfolgreich zu überprüfen. Für eines der historischen Hochwasserereignisse konnten die mittels OSL ermittelten Alter durch eine ergänzende ¹⁴C-Datierung organischen Materials bestätigt werden. Die übrigen ¹⁴C-Daten zeigten durch ihre Abweichung deutlich die Umlagerung der Sedimente durch das jeweilige Flutereignis an. Durch die Kombination beider Datierungsmethoden leistete das CEZA einen wichtigen Beitrag zur zeitlichen Einordnung der Flutereignisse und zur Validierung der sedimentologischen Befunde.
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