Zurück zur Startseite
Zurück zur Startseite -

Lithium Isotopenanalyse

Die Lithium-Isotopenanalyse ist ein vielversprechender Ansatz zur Charakterisierung unterschiedlicher Lagerstätten und ermöglicht möglicherweise Rückschlüsse auf die Art der Lagerstätten.

Anwendung

Die Lithium-Isotopenanalyse ist eine äußerst vielseitige Methode, die zur Untersuchung von Prozessen vor allem in der Geochemie und den Umweltwissenschaften Anwendung findet. Ein junges Anwendungsgebiet ist die Charakterisierung von Lagerstätten, wobei die Lithium-Isotopenanalytik Einblicke in die Entstehung, Zusammensetzung und Herkunft von Lithiumressourcen liefern kann. Darüber hinaus findet die Methode Anwendung in der Umwelt- und Klimaforschung sowie vielleicht auch in Zukunft in medizinischen und biologischen Studien.

Grundlagen

Lithium ist das leichteste Element mit einem festen Aggregatzustand bei Raumtemperatur und besitzt zwei natürliche Isotope: 6Li (7,4 % relative Häufigkeit) und 7Li (92,6 % relative Häufigkeit). Die große Massendifferenz von über 10 % zwischen den beiden Isotopen führt zu einer beträchtlichen Fraktionierung in Gesteinen und Wässern, die auf verschiedene natürliche Prozesse wie Lösungs- und Fällungsreaktionen zurückgeführt wird. Diese Fraktionierung, angegeben als δ7Li, kann bis zu 60 ‰ betragen und ermöglicht es, Rückschlüsse auf geologische Prozesse zu ziehen.


Die Lithium- Isotopenanalytik in Kombination mit charakteristischen Spurenelementmustern ist ein vielversprechender Ansatz, um verschiedene Lagerstätten zu charakterisieren. Am CEZA wurde in der Vergangenheit bereits intensiv an der Entwicklung und Anwendung solcher Multiparameteransätze gearbeitet. Diese Expertise wurde kürzlich um die Lithium-Isotopenanalytik erweitert. Dabei wurde eine Ionenchromatographie etabliert und verifiziert, die in der Lage ist, Lithium von sämtlichen störenden Begleitelementen, insbesondere Natrium, in Spodumen-Proben innerhalb von weniger als 3 Stunden abzutrennen. Dies stellt die bisher schnellste Trennmethode von Lithium dar.


Messungen mittels HR-MC-ICP-MS (High Resolution -Multi Collector – Inductively Coupled Plasma – Mass Spectrometry) zeigten sowohl bei Standards als auch an Spodumen-Proben eine hohe Reproduzierbarkeit der δ7Li-Werte in durch diese Trennung hergestellten Messlösungen. Dabei wurde beobachtet, dass Spodumen-Proben deutliche Unterschiede im δ7Li von mindestens 8 ‰ aufweisen können. Dies verdeutlicht das Potenzial der Lithium-Isotopenanalyse für die Charakterisierung von Lagerstätten.

Grenzen

Trotz ihrer vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten hat die Lithium-Isotopenanalyse, wie andere Isotopensysteme, auch einige Grenzen. Komplexe Probenmatrizes können die Messungen beeinträchtigen, ebenso wie Kontaminationen und Interferenzen durch andere Elemente. Die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit der Messungen erfordern eine sorgfältige Kontrolle und Kalibrierung.

Probenbeschaffenheit und -menge für die Analyse

Die Probenbeschaffenheit spielt eine entscheidende Rolle für die Durchführung erfolgreicher Lithium-Isotopenanalysen. Die Proben müssen sorgfältig vorbereitet werden, um Verunreinigungen zu minimieren und eine genaue Messung des Lithiums zu ermöglichen. Dabei ist es wichtig, die Probennahme sorgfältig zu planen, um repräsentative Ergebnisse zu erhalten.


Die benötigte Materialmenge für eine erfolgreiche Lithium-Isotopenmessung hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der spezifischen Analysetechnik, der Probenvorbereitungsmethode und der Konzentration des Lithiums in der Probe. Typischerweise werden nur geringe Materialmengen benötigt, im Schnitt wenige hundert Milligramm. Die Menge hängt jedoch von den spezifischen Anforderungen der Analyse ab. Eine genaue Bestimmung der erforderlichen Materialmenge erfolgt am besten durch Rücksprache mit unseren erfahrenen Analytikern und unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der geplanten Analyse.